HIV heute: Von Lebenserwartung zu Erwartungen ans Leben

Wie geht’s? Auf diese alltägliche Frage antwortet statistisch etwa jeder zweite Deutsche, der mit einer HIV-Infektion lebt, eher zögerlich.

48 Prozent der Betroffenen bewerten ihr Befinden als ausreichend oder schlecht. Das ist ein Ergebnis der europaweiten Umfrage „Expectations from Life“ im Auftrag von Gilead Sciences.

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung schätzen Menschen mit HIV ihre Lebenserwartung pessimistischer ein, gehen zurückhaltender mit Entscheidungen in Partnerschaft und Job um und legen weniger Gewicht auf Zukunftsfragen wie z. B. eine Altersvorsorge. Hier klaffen therapeutische Möglichkeiten und die Wahrnehmung der eigenen Situation weit auseinander. Denn Betroffene können heute dank moderner Therapien ein Leben unter vergleichbaren Bedingungen wie HIV-negative Menschen führen.

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Wirksamer Schutz vor HIV und AIDS

Nach wie vor stecken sich in Deutschland viele Menschen mit dem Humanen Immunschwächevirus HIV an. Wer sein Infektionsisiko senken möchte, setzt daher auf Safer-Sex Maßnahmen. Zu ihnen zählt auch die PräExpositionsprophylaxe (PrEP), also die vorbeugende Einnahme eines bestimmten Medikamentes. Das Originalpräparat war bislang aber für viele Menschen kaum erschwinglich, eine günstige Alternative nur in ausgewählten Apotheken verfügbar. Mit der jetzt gestarteten Preisoffensive des ratiopharm Präparates ist der medikamentöse Schutz vor einer HIV-Infektion nun bundesweit zu bezahlbaren Preisen erhältlich.

Es infizieren sich in Deutschland immer noch mehrere Tausend Menschen pro Jahr mit dem HI-Virus. 2016 waren es schätzungsweise 3.100 und damit ähnlich viele wie 2015″, sagte Christoph Weber, Internist und Infektiologe am Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin. Daher ist es wichtig, sich zu schützen.

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Expectations from Life

Menschen mit HIV blicken im Vergleich zu der Allgemeinbevölkerung noch immer mit niedrigeren Erwartungen auf ihre Zukunft. Dies zeigt die von Gilead Sciences beauftragte „Expectations from Life“-Befragung, die in fünf europäischen Ländern durchgeführt wurde.

Dabei können Menschen mit HIV heute unter vergleichbaren Bedingungen leben wie Menschen ohne das Virus. Laut Umfrage gehen allerdings Betroffene im Vergleich zu den nicht infizierten Befragten dreimal häufiger davon aus, nicht so lange zu leben wie ihre Freunde und Familien. Zusätzlich hindern Stigmatisierung und fehlende Aufklärung HIV-Infizierte daran, einen neuen Partner zu finden oder eine Familie zu gründen.

Die Ergebnisse der Befragung weisen auf eine Kluft zwischen der medizinischen Realität und den Erwartungen an das Leben bei Menschen mit HIV hin. Im Hinblick auf ihre langfristige Gesundheit und das Übertragungsrisiko gibt es nach wie vor große Unsicherheiten.

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Schwule und bisexuelle Männer dürfen wieder Blut spenden

Nach einer neu formulierten Richtlinie der Bundesärztekammer dürfen schwule und bisexuelle Männer fortan Blut spenden, sofern sie ein Jahr keinen Sex hatten. Zur Lockerung des pauschalen Ausschlusses von der Blutspende erklärt Björn Beck vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe:

„Die neue Regelung geht nicht weit genug. Eine HIV-Infektion kann man heute sechs Wochen nach dem letzten Risiko sicher ausschließen. Diese Frist wäre nachvollziehbar. Eine Frist von einem Jahr schließt die meisten schwulen und bisexuellen Männer weiterhin unnötig von der Blutspende aus. Das ist nicht mehr als Kosmetik und eine Unverschämtheit.“ Weiterlesen