Bordelle und Laufhäuser

Immer wieder wird die Prostitution als ältestes Gewerbe in der Geschichte der Menschheit bezeichnet. Obwohl bereits im alten Testament von Huren die Rede ist, stimmt die Behauptung über den angeblich ältesten Beruf nachweislich jedoch nicht. Trotzdem gab es schon sehr früh Prostituierte, wobei der Beruf in der Antike nicht besonders verbreitet war. Für Dienste der Lust waren in diesem Falle eher die Sklavinnen eines Haushalts zuständig.

Prostitution im Mittelalter

Das altsächsische Wort „Borda“ ist Namensgeber für das heutige Freudenhaus. Seine Bedeutung, nämlich „Hütte“ oder „kleines Haus“ hat sich über die Jahrhunderte gehalten, und sich zum heutigen „Bordell“ weiterentwickelt. Im Mittelalter gab es die Prostitution sowohl in den eigens dafür bereitgestellten Lusthäusern, allerdings war auch eine Taverne Herberge für das horizontale Gewerbe. Die Übergänge von einer Kellnerin im Wirtshaus zu einem Liebesmädchen waren praktisch fließend, die zusätzliche Einnahme für ihre Liebesdienste mehr als willkommen. Auch in den mittelalterlichen Badehäusern konnten Frauen ihren Körper den Männern anbieten. Bis zum Beginn des dreizehnten Jahrhunderts wurde die Prostitution sogar noch als Akt der Nächstenliebe durch die katholische Kirche eingestuft. Dies änderte sich ab 1300. Prostituierte wurden fortan verachtet, sich auf der Straße zu verschleiern wurde ihnen untersagt. Sie mussten sich registrieren lassen, und ihrer Kleidung wurden Kennzeichnungen zugefügt, die sie als Huren auswiesen. Mit dem Auftreten der Syphilis wurden nach und nach Bordelle geschlossen, Prostitution wurde unter Strafe gestellt. Doch obwohl es keine legalen Freudenhäuser mehr gab, waren die Huren noch immer präsent. Da ihre Dienste jedoch Gefängnis und Folter nach sich zogen, arbeiteten Prostituierte nur noch im Verborgenen.

Die Gegenwart sieht anders aus

Nur langsam erholte sich das Gewerbe, das in vielen Ländern bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg verboten war. Erst Ende der neunziger Jahre kümmerte sich auch die Politik wieder intensiv um das Thema Prostitution. Fortan war das zur Verfügung stellen körperlicher Dienste nicht weiter strafbar. Zahlreiche Bordelle und Laufhäuser erfreuen sich reger Kundschaft. Während die Huren in einem Bordell in der meist klassischen Umgebung einer Bar ihre Dienstleistung anbieten, finden sich auch vermehrt Laufhäuser mit von Prostituierten angemieteten Zimmern, die auf ihre Besucher warten. Viele Rotlichtviertel erlangten weltweit Berühmtheit, so etwa die der Reeperbahn in Hamburg. Auf die Männer von Welt warten hier die schönsten Frauen verschiedenster Nationalitäten mit einem vielfältigen Angebot der unterschiedlichsten sexuellen Befriedigung, von zart bis hart.

Ein kurzer Blick in die Zukunft

Mehr und mehr wird die Welt abhängig von der Digitalisierung. Technik und Internet sind ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftszweig, auch im Bereich der sexuellen Gelüste. Hatte man in den achtziger Jahren noch eine eher unattraktive Gummipuppe in den Regalen der Sexshops gefunden, so finden sich heute bereits fast lebensecht aussehende Sex Dolls, in allen Formen und Hautfarben, Größen und Haarfarben. Zusätzlich lockt die Virtual Reality, also die virtuelle Welt des Internets, sowohl Männer als auch Frauen mit dem Versprechen, deren geheimsten Wünsche zu befriedigen. Die Sexchats im World Wide Web sind gut besucht und werden regelmäßig genutzt. Sex wird offener für beide Geschlechter. Noch florieren Laufhäuser und Bordelle, aber die virtuelle Konkurrenz schläft nicht.