FREIE WÄHLER fordern mehr Personal für bayerische Frauenhäuser

Die #MeToo-Debatte um Alltagssexismus in Deutschland hat das Thema „Gewalt an Frauen“ erneut auf die politische Tagesordnung gehoben – und damit die Situation der Frauenhäuser und Frauennotrufe im wohlhabenden Bayern. Denen fehlt es massiv an Personal, kritisiert Eva Gottstein, frauenpolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion:

„Mehr als 140.000 Frauen werden jährlich Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt und die Dunkelziffer liegt noch weit höher. In ihrer Not wenden sich die Betroffenen oft hilfesuchend an Frauennotrufe und Frauenhäuser. Doch statt dort die nötige Hilfe und Unterstützung zu erhalten, müssen viele Frauen von bayerischen Frauenhäusern abgewiesen werden – aus Mangel an Plätzen.“

Daher fordern die FREIEN WÄHLER die bayerische Staatsregierung in der heutigen Sitzung des Landtags auf, Frauenhäuser, Frauennotrufe und Fachberatungsstellen, die Hilfe für gewaltbetroffene Frauen anbieten, mit dem erforderlichen Personal auszustatten.

Gottstein dazu: „Der Abschlussbericht der ‚Studie zur Bedarfsermittlung zum Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Bayern‘ hat Erschreckendes zutage gefördert: So wurden im Jahr 2014 mehr als 1.500 Frauen in Frauenhäusern aufgenommen. Genauso viele mussten allerdings auch abgewiesen werden – das ist vollkommen inakzeptabel.“

Zwar habe das bayerische Sozialministerium vor zwei Jahren als Reaktion auf diese Ergebnisse eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung eines Gesamtkonzepts eingesetzt. Deren Ergebnisse lägen allerdings noch immer nicht vor. „Wir können nicht länger warten“, mahnt Gottstein: „Die Personalsituation in Frauenhäusern und bei Frauennotrufen sowie den Fachberatungsstellen muss jetzt sofort verbessert werden. Nur so stellen wir sicher, dass sie ihre Aufgaben zur Beratung und Unterstützung erfüllen können. Das sind wir den von Gewalt betroffenen Frauen schuldig.“