K.o.-Cocktail auf dem Firmenfest

Bei K.o.-Tropfen denken die meisten direkt ans Nachtleben, schummrige Clubs oder das Rotlicht-Milieu. Die Realität sieht anders aus: Auch im Arbeitsumfeld können Frauen Opfer dieser Droge werden. Eine Betroffene berichtet in COSMOPOLITAN (EVT 09.11.) von ihren Erlebnissen auf einer Firmen-Feier. Mit welchen Problemen Frauen nach einem solchen Vorfall konfrontiert werden und wie sie am besten damit umgehen, erklären Carola Klein von LARA, einer Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt, und Monika Bulin vom Frauennotruf Aachen. Damit es gar nicht erst dazu kommt, hat die Redaktion zudem drei Präventions- und Notfall-Tipps zusammengestellt.

Seit 13 Jahren blieben die Meldungen über Vorfälle mit K.o.-Tropfen bei Frauennotrufen konstant, weiß Carola Klein. Bei ihr melden sich Frauen jeden Alters und aller Berufsgruppen, die Opfer von K.o.-Tropfen geworden sind. Offizielle Zahlen kann sie keine nennen, denn Beweise seien selten, ebenso polizeiliche Anzeigen, erklärt sie. Ein Grund dafür ist, dass GHB, so der medizinische Begriff, nur sechs Stunden im Blut und zwölf im Urin nachzuweisen ist. Und: „Hilfe suchen meist nur die traumatisierten Frauen, die sexuelle Übergriffe erleben mussten“, so die Sozialpädagogin.

Zudem agieren die Täter dreist. Die Expertin nennt ein konkretes Beispiel aus dem Arbeitsumfeld: „Betriebsausflug. Die Frau erwacht ohne Erinnerung im Hotelzimmer eines Kollegen, der sie schon immer heiß fand. Tolle Nacht, schwärmt der, sie sei so wild gewesen. Welche Frau würde das in der Chefetage melden? In so einem Moment wissen Betroffene nicht, was sie noch glauben können. Dieser Kontrollverlust ist wie ein luftleerer Raum, deswegen brauchen sie professionelle Hilfe, denn selbst können sich die Opfer nicht helfen.“

Wer neben der Polizei auch den Betrieb über einen solchen Vorfall informieren will, braucht den richtigen Ansprechpartner: „Im Berufsumfeld sind das Betriebsrat, Gleichstellungsbeauftragte und Vorgesetzte, sofern ein Vertrauensverhältnis existiert“, erklärt Monika Bulin.

Präventions- und Notfall-Tipps

1. Getränke stets selbst bestellen und entgegennehmen. Und den Drink nie aus den Augen lassen!

2. Nie allein feiern gehen und sich – auch auf Firmenevents – von Vertrauenspersonen abmelden.

3. Bei plötzlicher starker Übelkeit oder Schwindel sofort ins Krankenhaus fahren lassen und direkt eine Urinprobe abgeben.