Jugendliche brauchen umfassende Sexualaufklärung

Zwei von drei Jugendlichen in Afrika (68 Prozent) können nicht verhüten, obwohl sie das möchten. Hauptsächlich deshalb, weil sie keinen Zugang zu Aufklärungsangeboten und Verhütungsmitteln haben. Dadurch steigt das Risiko von Mädchen und jungen Frauen, ungewollt schwanger zu werden oder sich mit HIV zu infizieren. Wenn Mädchen Mütter werden, sinken ihre Bildungs- und Arbeitschancen und ihr Armutsrisiko steigt. Darauf macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) aufmerksam.

Laut Zahlen der Vereinten Nationen bekamen zwischen 2010 und 2015 rund fünf Prozent der Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren in Entwicklungsländern ein Kind. In Afrika war dieser Anteil mit zehn Prozent doppelt so hoch. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im gleichen Zeitraum weniger als ein Prozent der Mädchen und jungen Frauen Mutter.

Dazu sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der DSW: „Jugendliche brauchen umfassende Sexualaufklärung, eine Auswahl moderner Verhütungsmittel und Beratung. Gerade in Afrika, wo weit mehr als die Hälfe der Bevölkerung jünger als 25 Jahre ist, trägt das entscheidend zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Frauen und Mädchen, die selbst bestimmen können, ob und wann sie schwanger werden, sind meist gesünder und besser gebildet. Sie haben zudem bessere Chancen, am Erwerbsleben teilzunehmen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ich fordere daher die kommende Bundesregierung auf, sich in der Entwicklungszusammenarbeit verstärkt für jugendfreundliche Aufklärungs- und Verhütungsangebote einzusetzen.“

Die DSW ist eine international tätige Entwicklungsorganisation. Ziel der Arbeit ist es, zur Umsetzung des Menschenrechts auf Familienplanung und zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beizutragen. Jugendliche sind daher die wichtigste Zielgruppe ihrer Projekte.